Biologische Medizin beim Pferd

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Was ist Biologische Medizin und was unterscheidet sie von der Schulmedizin?

Wenn man das erste Mal den Begriff Biologische Medizin hört, dann geht es sicherlich vielen ähnlich wie mir und man fragt sich, was das wohl wieder für ein alternativer Ansatz ist… Und das ist es tatsächlich. Auf der einen Seite befasst sich die Biologische Medizin mit alternativen Heilmethoden. Auf der anderen Seite ist sie bestrebt, die Schulmedizin und die Naturmedizin zu einem System integrativer Medizin zusammenzuführen. Somit ist sie eine sinnvolle Ergänzung. Oft geht das eine nicht ohne das andere.

Wie funktioniert eigentlich unser Körper? Die Regulierung und Kontrolle sämtlicher Organ- und Stoffwechselfunktionen des Körpers erfolgt mit Hilfe einer nahezu unermesslichen Vielfalt an Enzymen, Hormonen und weiteren Botenstoffen im sog. Ultra low dose-Bereich (ULD), also im Bereich von wenigen Nanogramm (ng = milliardstel Gramm) oder Mikrogramm (= millionstel Gramm). So liegt beispielsweise die physiologische Östronsulfatkonzentration (weibliches Geschlechtshormon) im Blut von Stuten je nach Zyklus bei nur 5 – 10 ng/ml . Schon geringe Abweichungen von diesen physiologischen Konzentrationen können weitreichende Auswirkungen haben und das körpereigene Gleichgewicht stören. Ziel der biologischen Therapie ist es, gestörte Regelkreise wiederherzustellen. Oder anders ausgedrückt: Die biologische Therapie basiert auf der Annahme, dass Erkrankungen komplexe Vorgänge sind, die sich auf verschiedene Prozesse im Organismus auswirken.

 

Nehmen wir dazu ein Beispiel:

Ein Pferd läuft zu Beginn des täglichen Reitens hölzern. Da es nicht offensichtlich lahm geht und sich das Pferd nach einigen Runden Schritt, Trab oder Galopp zu normalisieren scheint, geht der Reiter davon aus, dass sich das Pferd einlaufen muss. Nach einiger Zeit fühlt man, dass die „Einlaufphase“ länger dauert und der Bewegungsablauf insgesamt flacher und weniger raumgreifend erscheint. Nach wiederum einiger Zeit reagiert das Pferd schlechter auf Hilfen, schlägt vermehrt mit dem Schweif und erscheint insgesamt unwilliger. Erste Widersetzlichkeiten stellen sich ein.

Nach weiteren Wochen – manchmal erst Monaten – ist das Pferd lahm. Man konsultiert den Tierarzt und der diagnostiziert eine Lahmheit und deren Ursache. Daneben macht er ein Blutbild und das weist eventuell auf eine Entzündung hin. Behandlungsansatz: Der Tierarzt spritzt dem Pferd häufig ein entsprechendes Medikament und/oder verabreicht Schmerz- und Entzündungshemmer. Nach einigen Tagen ist das Pferd lahmfrei und der Tierarzt rät, das Pferd langsam wieder zu bewegen und ein wenig später wieder mit dem Reiten zu beginnen.

Nach einigen Wochen beginnt der schleichende Prozess mit dem langsam wieder schlechter werdenden Pferd von Neuem….

Anders als in der Schulmedizin, in der in den meisten Fällen Arzneimittel aus einem einzelnen Wirkstoff bestehen, der zumeist nur ein Ziel im Körper ansteuert und je nach Behandlungsziel einen physiologischen Prozess aktiviert oder hemmt, verfolgt die biologische Medizin einen ganzheitlicheren Ansatz. Die hier verwendeten Arzneimittel bestehen aus mehreren effektiven Einzelsubstanzen, die je nach spezifischer Indikation zusammengestellt sind und dadurch gleichzeitig an zahlreichen Stellen des Körpers wirken, um die Ursachen einer Erkrankung nachhaltig anzugehen.

 

Ganzheitliche Anamnese:

Was hat dazu geführt, dass das Pferd zu Beginn des Reitens hölzern geht?

  • Hier geht es auch darum, sich ein Bild zu machen: Wie ist das Pferd bemuskelt?
  • Haben sich erste Kompensationen auch in der muskulären Entwicklung eingestellt?
  • Sind an wichtigen Stellen erhebliche muskuläre Defizite vorhanden? Z.B. Nackenmuskulatur, Trapezmuskel, Gruppenmuskeln?
  • Ist der Rücken abgesunken und steht der Widerrist stark hervor?

 

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Falsch bemuskeltes Pferd

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Richtig bemuskeltes Pferd

 

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Die Wirbelsäule ist einer gut entwickelten Muskulatur eingebettet. Der Rücken ist „oben“.

 

Über welchen Zeitraum ist diese Situation entstanden?

Was ist der Grund, dass aus einem ersten sich hölzern bewegen eine Lahmheit wurde?
Haben sich erste arthrotische Veränderungen wie beispielsweise Engstände an den Dornfortsätzen oder der Befund Kissing Spine eingestellt?‘
Sind Fesselträger und Sehnen in Mitleidenschaft gezogen? Ist das Pferd im Bereich des Fesselträgers bei Abtasten der tiefen und oberflächlichen Beugesehne empfindlich?
Hat das Pferd aus irgendeinem Grund in der letzten Zeit vermehrt unter Stress gestanden? Höhere Leistungsanforderungen, Stallwechsel, Futterumstellung, neuer Boxennachbar, ggf. neue Herdensituation?
Wie sieht die Situation des Immunsystems aus? Ist das Pferd insgesamt anfälliger geworden, dauert das Abschwellen beispielsweise bei einem Einschuss länger? Erscheint das Pferd matter? Wie reagiert es auf Stress?

Im weiteren Schritt werden dann folgende Rahmenbedingungen abgeklärt:

  1. Überprüfung von Hufstellung, Haltung- und Fütterung, Überprüfung von Sattel und Zaumzeug, Überprüfung der Zähne.
  2. Sind immer wieder Mangelerscheinungen vorhanden oder stellen sich diese nach kurzer Zeit wieder ein? Waren im Blutbild auffällige Veränderungen vorhanden wie z.B. Zink- und Selenwerte, Gesamteiweiß Werte, hat es immer wieder erhöhte Entzündungswerte gegeben oder war das Blutbild über einen längeren Zeitraum unauffällig?
  3. Überprüfung der mentalen Situation des Pferdes. Ist das ggf. überfordert, wurde zu viel Leistung erwartet, fühlt sich das Pferd mit seinen Boxennachbarn wohl?
  4. Überprüfung der Reitweise, Sitz- und Einwirkung des Reiters
  5. Vorgehen in der Ausbildung: Schafft der Reiter es, sein Pferd zur Losgelassenheit zu bringen, schnaubt es immer wieder zufrieden ab oder ist es verspannt? Hat man zu viel oder zu unregelmäßig trainiert
  6. Röntgen von Genick, Rücken und Beinen

 

Wenn alle Punkte geklärt und mit Besitzer, Ausbilder, ggf. Stallbetreiber besprochen wurden, gilt es einen Behandlungsansatz zu finden:

Im akuten Stadium als erster Schritt: in der Regel Gabe von Entzündungshemmern und Schmerzmitteln. Damit muss erreicht werden, dass das Pferd erst einmal schmerzfrei wird und die Entzündung gestoppt  wird. Gegebenenfalls wird dies nach einiger Zeit mit einem erneuten Blutbild überprüft.

Zusätzlich dazu kann Traumeel ad us. vet. gegeben werden. Hierbei handelt es sich um ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes homöopathisches Arzneimittel, das zur Behandlung von akuten und entzündlichen Erkrankungen geeignet ist. Durch die Kombination seiner Inhaltsstoffe werden, wie oben beschrieben, mehrere Stellen im Körper angesprochen und damit die Erkrankung nachhaltig angegangen. Damit kann der Reiter das Pferd auch darin unterstützen, dass es nicht mehr in alte Schmerzmuster verfällt. Insgesamt erreicht das Pferd bei erfolgreicher Therapie eine körperliche Losgelassenheit.

Wenn Pferde nach einer längeren Krankheit neu aufgebaut werden, dann ist die Anforderung wieder elastisch zu werden, je nach Situation mit Muskelkater, Unwohlsein und Schmerzen häufig mit alten Verspannungen und Kompensationen verbunden. Das ist ein absolut normaler Zustand. Um dem Pferd in diesem Zusammenhang Hilfestellung zu geben, kann man beispielsweise auch im weiteren Verlauf der Behandlung Traumeel verabreichen.

Parallel Schaffung von guten Rahmenbedingungen (Punkte 1-5)

 

Hilfe zur Selbsthilfe:

Nachdem die Rahmenbedingungen geschaffen und die Entzündungen beseitigt sind, sollte das Pferd wieder korrekt Muskeln aufbauen und man sollte daran arbeiten, dass Muskeln beim Reiten unverspannt arbeiten und dass das Pferd wieder Freude und Spaß an der Bewegung hat. Wichtig ist sich bewusst zu machen, dass aus Unsicherheit oder Steifheit weitere Kompensationen entstehen können. Auch kann die Unsicherheit des Pferdes oder seine Steifheit Stress auslösen. Stress wiederum kann zu Verspannungen oder auch zu Widersetzlichkeit führen. Verspannungen führen dann wiederum zu Schmerzen, diese können das Immunsystem weiter belasten. Tritt vermehrt Stress auf, hat das auch Auswirkung neuroimmunologischer Art. Sprich: Stress kann das Immunsystem schwächen.

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Wenn sich Pferde wohlfühlen, ausreichend Freilauf haben, Sozialkontakte pflegen können, ist das eine der besten Vorbeugungsmaßnahmen gegen Stress aller Art.

 

In dem Fall kann Engystol® ad us. vet. zur Stressprophylaxe und zur Verbesserung der Immunsituation verabreicht werden. Durch seine Inhaltsstoffe –

  • Schwalbenwurz wirkt immunstimulierend, entzündungshemmend und entfaltet antivirale Effekte und
  • Schwefel verfügt über entzündungshemmende Eigenschaften – so ist es
  • neben dem Einsatz zur Stress- und Infektionsprophylaxe auch für die Behandlung von Atemwegserkrankungen gut geeignet.

Diese Stressprophylaxe kann unter Umständen auch dazu beitragen, dass das Pferd  innerlich ruhiger wird. Dadurch kann es ggf. eher die notwendige innere Losgelassenheit erreichen, die Grundvoraussetzung dafür ist, dass das Pferd auch äußerlich – also körperlich – loslassen kann.

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Regelmäßige Ausritte und eine vielseitige Ausbildung schaffen Spaß und Freude an der Bewegung und ein gut bemuskeltes Pferd. Dressurlektionen kann man vielfach auch im Gelände reiten!

 

So wird daraus ein ganzheitlicher Ansatz und auch ein krankes Pferd kann bis in ein hohes Alter schmerzfrei laufen und ein normales Leben führen.

 

 

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