Das große Durcheinander im Reitsport

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Das große Durcheinander im Reitsport….

 

An der Schwungentwicklung aus der Hinterhand muss man bei jeder Rasse gleichermaßen arbeiten.

 

In den letzten Wochen erhalten wir immer häufiger Mails von Pferdebesitzern, deren Pferde vermehrt Rückenprobleme haben und die entsprechenden Symptome aufweisen. Verspannungen, Fehlbemuskelung, Widersetzlichkeiten, extreme Triebigkeit bis hin zum Befund Kissing Spines.

Interessanterweise sind das durchgängig Pferde, die nach den alternativen Reitauffassungen geritten und „ausgebildet“ werden. Ohne Gebiss geritten, ohne Anlehnung, in einem viel zu langsamen – meist schon schleppenden – Tempo. Der Galopp nicht durchgesprungen, der Trab schon fast schleichend und im Schritt schlafen die Pferde schon im Laufen fast ein. Longiert wird irgendwie mit Kappzaum und die Pferde latschen auch da auseinander gefallen auf der Vorhand. Diese Reiter praktizierten im Laufe der Jahre endlos viele Varianten von Bodenarbeit, Horsemanship und was es da alles gibt. Geholfen hat es offensichtlich nicht, denn mit diesen Auffassungen wird das mit dem Gesunderhalten des Pferdes NIX!

Sicherlich wird der ein oder andere Vertreter dieser Methoden jetzt auf die Barrikaden gehen und uns als FN-Reiter, Tierquäler und was auch immer bezeichnen. Bevor man sich allerdings zu diesen Äußerungen hinreißen lässt, sollte man sich mit Biomechanik und funktioneller Anatomie befassen. Man sollte zuerst wissen, wie Muskeln (richtig) arbeiten, welcher Muskel in welcher Übung und Lektion wie zum Einsatz kommen muss und das eine Hügellandschaft auf dem Rücken – damit verbunden dann natürlich eine falsche Bemuskelung – immer ein Spiegel der Ausbildung sind.

Daran gibt es mal nichts zu rütteln und wenn das Pferd im Laufe seines Reitpferdelebens kaputt geht, dann hat man wohl etwas falsch gemacht. Auch, wenn man sich das nicht eingestehen will – Ende der Diskussion.

 

 

Das schlimme sind die Nebenkriegsschauplätze im Reitsport heute!

Nasen- und Sperrriemen…

Da findet man ein Foto von einem zufrieden aussehenden, jungen Pferd mit einer englisch kombinierten Trense. Die Besserwissen wissen dann natürlich sofort besser, dass das junge Pferd noch zufriedener aussehen würde, wenn der Sperrriemen weggenommen wird. Das, obwohl man auf dem Foto deutlich sieht, dass Nasen- und Sperriemen richtig und dementsprechend locker verschnallt sind. Das Pferd schon im Stehen auf dem Foto entspannt auf seinem Gebiss gekaut hat und sich leicht Schaum in den Maulwinkeln gebildet hat. Der allerdings NICHT stressbedingt ist!

Diese Leute hängen dann meist mit einem scharfen Gebiss oder irgendeiner alternativen Zäumung bei der einem die Haare zu Berge stehen, unruhiger Hand und schlechtem Sitz auf ihrem eigenen Pferd, dass sogar auf einem Foto schon als lahm zu erkennen ist. Dabei zerren sie ihrem armen Tier im Maul herum, da der Sitz nicht einmal so ausbalanciert ist, dass sie beim Leichttraben nicht mit den Unterschenkeln irgendwo herumrumschaukeln und die Hände beim Aufstehen nicht 30cm hoch und beim Einsitzen entsprechend wieder nach unten gehen.

Wichtig ist aber: Nasen- und Sperrriemen sind nicht in der Trense. Dafür hat das arme Tier das Maul aufgesperrt, um irgendwie dem Druck der harten Hand auszuweichen….

 

Das Leid mit dem hochgejubelten Kappzaum…

Da wird sich offen aufgeregt, dass Leute ihre Pferde korrekt ausgebunden mit Dreieckszügeln, Trense und Longiergurt longieren und die Pferde dabei schwungvoll nach vorne treten, das Gebiss annehmen, zufrieden bei geschlossenem Maul kauen und regelmäßig abschnauben.

Gebiss und Dreieckszügel beim Longieren? Unfassbar!“ Wie kann man nur?

Die gleichen Leute nutzen dann mit Überzeugung einen Kappzaum. Die Pferde laufen irgendwie krumm und schief an der Longe, weichen über die Schulter aus, drücken die Hinterhand nach außen, gehen nicht vorwärts, da die Wendung für diese steifen Tiere viel zu eng ist. Diese Leute reden dann noch von Stellung und Biegung beim Lognieren mit Kappzaum.

Wie wäre es hier mit „Grundlagen Biomechanik Teil 1“? Wenn man das gelesen und am besten noch verstanden hat, wird man erkennen, dass das vorgenannte nämlich nicht geht!

 

Barhuf um jeden Preis…

Die heutigen Bodenverhältnisse mit Schotter, Teer, Steinen, Pflaster sind anders als die, die das Ur-Pferd seinerzeit vorgefunden hat und es noch als Barhufer durch die Prärie lief. Da sind wir uns sicher alle einig. Dass sich der Huf durch heutige Bodenverhältnisse in der logischen Konsequenz mehr abnutzt als er nachwächst, ist vermutlich für den denkenden Reiter auch logisch. Ein sich mehr abnutzender als nachwachsender Huf wird dann mit der Zeit zwangsläufig immer kleiner. So wird auch die Unterstützungsfläche des Hufes für den in Relation massigen Körper weniger. Das führt mit der Zeit zu Verspannungen, da die Pferde kompensatorisch arbeiten müssen. Hinzu kommt, dass die Pferde mit der Zeit fühliger werden. Viele laufen wie auf Eiern. Mit diesen kleinen Hufen werden die interessantesten Übungen und Lektionen gemacht. Wenn die Pferde dann kaum noch vorwärts gehen, da ihnen schlicht die Füße wehtun, kann es noch passieren, dass diese Leute dieses Vermeiden von Vorwärtsgehen mit einem entspannten und versammelten Pferd verwechseln.

 

Gebisslos – koste es, was es wolle…

Dass das Gebiss eine gute Sache ist, wenn der Reiter reiten kann, ist unumstritten. Dazu  gibt es endlos viele Studien von namhaften Universitäten und internationalen Wissenschaftler-Vereinigungen. Dennoch ist das Gebiss ein Marterwerkzeug. IN den Augen manch eines Verfechters der Alternativen Reitauffassungen. Das Gebiss als Fremdkörper, das Gebiss als harte Eisenstange, das Gebiss als was auch immer.

Die gleichen Leute nutzen dann aber schon mörderische Gebisslose Zäumungen und kandarenartige Gebilde mit denen man dem Pferd mal eben den Nasenrücken oder Unterkiefer brechen kann oder die so viel Druck auf den Kopf ausüben, dass damit ein Großteil der Nervenaustrittstellen am Kopf des Pferdes überlastet werden.

Aber Bitte – auf jeden Fall ohne Gebiss.

Diese Leute erklären dann auch, dass sie ihre Pferde im Gelände nicht halten können, da die Pferde durchgehen. Diese Pferde haben dann in vielen Fällen vermutlich nicht zu viel Temperament, sondern sie laufen vor ihrem Schmerz davon. Ein Pferd, was korrekt geritten ist, sich loslässt und durchlässig ist, das geht nicht durch. Selbst, wenn es sich einmal erschrecken sollte, lässt es sich innerhalb weniger Meter wieder „einfangen“. Es fühlt sich sicher und wohl und hat keine Veranlassung durchzugehen!

 

Wir überlegen immer öfter, wies es zu diesem Durcheinander im Reitsport gekommen ist und warum wir täglich neue Methoden erfinden müssen? In den allermeisten Fällen werden die Pferde krank und haben frühzeitige Verschleißerscheinungen. Richtig reiten geht nicht mal eben und bis man es in aller Tiefe begriffen hat und umsetzen kann, reicht ein Leben vermutlich wirklich nicht aus. Vielleicht sollte man bei sich selbst anfangen, sich konsequent kritisch hinterfragen und überlegen, was man falsch gemacht hat, wenn etwas nicht funktioniert oder das Pferd krank geworden ist.

Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es nicht an der Badehose…

 

25 Kommentare

  • Yvonne Antworten

    Der Blog spricht mir aus der Seele. Diese selbternannten „Gutreiter“, die alle Bilder oder Videos im Netz ungefragt anmaßend, wertend und teils bösartigst kommentieren müssen, ohne den Hintergrund eines Fotos oder Videos zu kennen, machen mich wütend. Vor allem, wenn es die im Artikel beschrieben Freizeitreiter sind, die meinen, die Arbeit von Profis beurteilen zu können. Man kann fragen und man kann – wenn man die fachliche Kompetenz besitzt – anregen, etwas anders zu machen. Ich finde aber, dass man sich zurückhalten sollte, ohne Hintergrundwissen einen anderen Reiter zu bewerten. Wenn einem das schon nicht der allgemeine Anstand verbietet, widerspricht es jedenfalls dem Verhaltenskodex.

    • Anne Schmatelka Antworten

      Sie haben absolut recht! Aus dem Grund habe ich auch lange überlegt, ob es sinnvoll ist, so deutlich zu werden….

  • Ich Antworten

    Auch wenn ich jetzt wahrscheinlich runtergemacht werde.
    Gebisslos ist nicht immer schlecht. Es gibt durchaus Pferde, die Gebisse nicht annehmen und damit unzufrieden sind. Es gibt auch Gebisslos-Reiter, die ihr Pferd im Gelände jederzeit halten können. Natürlich kann man nicht dieselbe Anlehnung erreichen wie mit Gebiss. Aber man kann trotzdem gesunderhaltend reiten.
    Damit behaupte ich nicht, dass jeder, der Gebisslos unterwegs ist auch gesunderhaltend reitet, sondern nur, dass es solche Reiter gibt.
    Ich könnte jetzt noch weiter machen, aber ich denke das reicht erstmal.

  • Jani Antworten

    In einigen Punkten stimme ich Ihnen zu aber das große Problem ist: viele erfolgreiche Reiter arbeiten genauso wenig nach biomechanischen Grundsätzen wie diejenigen, die ihr Pferd am Knotenhalfter herumwirbeln. Ich finde jede Art von Missstand sollte angesprochen werden (natürlich respektvoll und sachlich). Genauso sollte aber bewusst sein, dass Reiten eine wahre Kunst ist, die viel Arbeit an einem selbst erfordert. Wichtig ist für mich zu sehen, dass Leute bemüht sind immer fair dem Partner Pferd gegenüber zu sein, des Pferdes individuellen Bedürfnisse respektiert und seine eigenen reiterlichen Fehler erkennt, eingesteht und gewillt ist an ihnen zu arbeiten. Das ist eine unheimlich wichtige Grundlage. Welche Ausrüstung man wählt (und wie man diese einsetzt) zeigt dann im Rückkehrschluss aber auch oft wie viel Kenntnis man besitzt und wie sehr man sich mit der Materie auseinander setzt.

    • Anne Schmatelka Antworten

      Aus diesem Grund haben wir in vielen unserer Artikel auch andere Missstände aufgezeigt…..

  • no0815girl Antworten

    Diese Verallgemeinerung befindet sich auf demselben Niveau wie die erwähnten „Gutreiter“ (oder eher Schlechtreiter). Ich müsste mich wohl auch zu den genannten Gutreitern zählen, die mit Kappzaum longieren, ohne Nasenriemen reiten (wenn auch mit Gebiss) und sogar mit einem baumlosen Sattel. Ich weiss jedoch, dass ich deswegen trotzdem nicht besser reiten kann und nehme auch regelmässig Unterricht. Ich weiss auch, dass es viele Reiter gibt, die klassisch mit Reithalfter und Sperrriemen reiten, ausgebunden am Gebiss longieren und deren Pferde sicher besser laufen als mein Pony. Das liegt aber eben nicht an der Ausrüstung, sondern an der Person.

    Schlussendlich kann man mit jeder Ausrüstung gut oder schlecht reiten (vorausgesetzt sie passt). Und man sollte individuell schauen, was zu einem selbst und zum Pferd passt. Während der eine problemlos barhuf laufen kann und nicht einmal Hufschuhe braucht (wie mein Pony ihr ganzes Leben), laufen sich andere die Hufe schon im Stall ab. Pauschale Verurteilungen in die eine oder andere Richtung sind einfach unnötig. Und Kritik zu ignorieren, weil sie von jemandem kommt, der das vielleicht gar nicht kann, zeugt von schlechter Kritikfähigkeit. Ich kann einen GP Ritt kritisieren, auch wenn ich es nicht nachreiten kann.

    Es gibt immer Gründe für und gegen etwas, sei es der Sperrriemen, sei es Hufeisen oder ein Kappzaum. Schlussendlich muss doch jeder selbst entscheiden, welche Gründe mehr wiegen. Bei mir ist es ganz einfach: mein Pony hat einfach nicht gerne viel Zeug am Kopf (das juckt wenn man schwitzt), also lasse ich den Nasenriemen weg. Ein anderes Pferd braucht den Nasenriemen vielleicht gerade, um sich wohl zu fühlen. Mit Gebiss reite ich, weil mein Pony das kennt und keine Probleme damit hat. Hätte ich Probleme, würde ich auch mal gebisslos ausprobieren (so finden ja einige zu gebisslos, nicht immer nur aus Prinzip). Mit Kappzaum longiere ich, weil ich das seit Jahren mit verschiedenen Pferden so mache und das auch am besten kann. Ich kenne mich mit Hilfszügeln nicht aus und könnte sie auch nicht richtig anwenden. Bei anderen ist es vielleicht gerade umgekehrt.

    Ausserdem gibt es auch sehr viele gute Beispiele von gebisslosen Pferd/Reiter Paaren und von Longieren am Kappzaum. Und das finde ich wirklich sehr schade an diesem Text, denn er suggeriert, dass diese „Gutreiter“ alle schlecht reiten und longieren. Dabei ist gut oder schlecht reiten unabhängig von der Ausrüstung und Reitweise möglich.

    • Anne Schmatelka Antworten

      Die Gesundheit des Pferdes entscheidet und damit muss man die Funktionsweise des Pferdes zugrunde legen. Das war der Hintergrund dieses Artikels und somit sind viele alternative Methoden FALSCH!

    • Yvonne Antworten

      Mit Gutreiter habe ich niemand kritisiert, der sein Pferd barhuf laufen lässt oder am Kappzaum longiert. Mit selbsternannten Gutreitern sind diejenigen Reiter gemeint, die meinen, Reiter kritisieren zu müssen, die nicht ihre Reitweise praktizieren. Es gibt in allen Reitweisen gute Ansätze finde ich für das eine oder andere Problem. Z.B. bin ich nicht überzeugt von der grundsätzlichen Reitweise von Philipe Karl. Aber ich finde seine Übungsreihen im Schritt toll, damit bekomme ich den Rücken bei meinem schön locker. Ich habe auch nichts gegen Kappzäume, aber ich kannn keinen 1,76 m großen Wallach, der voll im Saft steht und sehr gehfreudig ist, am Kappzaum longieren. Das funktioniert für uns nicht, d.h. aber nicht, dass es für ein anderes Paar gut funktioniert. Und ich könnte mir niemals vorstellen, mein Geschoss auf dem Platz oder im Gelände gebisslos zu reiten, dazu ist der viel zu fröhlich und hat einen ausgesprochen ausgeprägten Bewegungsdrang und Freude am schnellen Galoppieren, da wäre so etwas einfach unverantwortlich. Aber ich spreche niemandem seine gebisslose Zäumung ab. Aber dann kann ich doch auch den Respekt vor meiner Wahl erwarten. Das darf man auch gerne niveauvoll hinterfragen, aber welche Kritiken man z.B. auf Facebook liest, da stell es einem die Haare zu Berge.

      • Anne Schmatelka Antworten

        Uns ging es in diesem Artikel nicht darum, ob etwas funktioniert oder nicht, sondern rein um die gesundheitlichen Auswirkungen vieler neuer Auffassungen. Scheinbar ist das aber nicht angekommen…..

  • Kim Antworten

    Hallo!

    Mich wuerde einmal interessieren, welche Quellen du dazu hast, dass triebige Pferde, Kissing Spines etc bei „Alternativen“ Leuten vorkommen? Kissing Spines ist doch – so sagte es mir mein Tierarzt – eher eine Krankheit die durch Zucht beguenstigt wurde und durch viel zu fruehes Anreiten und belasten (2,5 – 3 anstatt 4,5-6) entsteht. Und Triebigkeit haengt nicht mot dem Gebiss zusammen, sondern unter anderem mit dem Charakter.
    Ich persoenlich bin nicht fuer oder gegen Gebisse, meiner mag es nicht, also wird er mot dem LG Zaum, mit dem man technisch gesehen genauso reiten kann wie mit einem normalen Gebiss (von normaler Dressurarbeit ausgehend) geritten. Jedoch sind die Argumente gegen Gebisse (und vor allem die wissenschaftlichen Belege) etwas ausgereifter. Hast du dazu irgendwelche Daten, welche deine Argumente fuer Gebisse belegen? Die wuerde ich gerne sehen 🙂

    Den Teil mit dem Sperr/Nasenriemen und der harten Hand finde ich uebrigens gut: ich stimme dir ABSOLUT zu, dass es nicht gut ist wenn jemand mit einer harten Hand ueberhaupt reitet. Aber wo genau ist dies ein Argument fuer einen Sperriemen? Wenn jemand eine harte Hand HAT, ist es dann nicht gut, wenn das Pferd die Chance hat dies auch zu zeigen? Ich persoenlich finde interessant, wie viele sonst augenscheinlich gute Reiter tatsaechlich Sperriemen benoetigen, da ihr Pferd sonst „sperrt“. Auch hier gibt es viele Quellen, welche sich GEGEN Sperriemen aussprechen. Die, die dafuer sind hast du jedoch nicht genannt – da du ja endlose Studien von Namhaften Vereinigungen kennst: koenntest du diese noch posten?

    Und: wo ist denn der Kommentar, der sich ebenfalls ein wenig Kritisch geaeussert hat?
    PS: wenn gewuenscht kann ich gerne noch Quellen zum Gebiss/ohne Gebiss und Sperriemen Thema anhaengen – da ich ja selbst danach gefragt habe. 🙂
    Lg

    • Anne Schmatelka Antworten

      1) Kissing Spines sind nicht zuchtbedingt, sondern entstehen in mehr als 90 % der Fällen durch fehlerhaftes Reiten und Ausbilden (ich habe dazu schon 2011 ein Buch geschrieben. Es heißt „Über den Rücken“ und es geht darin um die Problematik Rückenprobelem/Kissing Spines). Seit dieser Zeit habe ich zu dieser Thematik endlos viele Vorträge gehalten, Menschen geholfen, vermutliche Hunderte von befunden gesehen und kann heute allein anhand der Muskelbildung eines Pferdes erkennen, wo was im Argen ist.
      2) man findet Studien bei der Universität in Cambridge. Die Wissenschaftler Vereinigung heißt Science International (kann man über Google finden). Daneben gibt es langjährigen Untersuchungen von der TiHo Hannover, von der veterinärmedizinische Hochschule in bern, viele Vorträge dazu liefen im Nationalen Pferdezentrum in Bern.
      3) Der Sperrriemen dient NICHT dazu, ein Maul-Aufsperren zu verhindern. Dann müsste man ihn ja viel zu eng verschnallen!!!!!!!
      Ansonsten habe ich in den letzten Jahren ca. 180 Artikel in Magazinen/Fachzeitschriften veröffentlicht. War mehrere Jahre Chefredakteurin der PFERDE Fit&Vital. Auch in dem Magazin wird man viele Artikel finden.
      Es ist nichts planlos aus der Luft gegriffen.
      Darüber hinaus habe ich alles an Literatur zu Biomechanik, Anatomie, funktionellen Anatomie, Osteotherapie und Physiotherapie gelesen – und verstanden.
      4) Pferde, die triebig sind, sind das meist aufgrund von Verspannungen.

  • Kim Antworten

    Also alle Kommentare, die sich kritisch aeussern werden geloescht? Das zeigt ja schonmal viel… Wenn man mit Kritik nicht umgehen kann sollte man keine Kommentarfunktion nutzen.

    • Anne Schmatelka Antworten

      Es werden nur die gelöscht, die sich nicht benehmen können …..

  • Blogwanderer Antworten

    Alle die neuen – vermeintlichen – „Erfindungen“ in der Reiterei sind dem Kommerz geschuldet. So viele Leute wollen vom Kuchen in der Reiterszene etwas abbekommen und das klappt nur, wenn man sich was Neues einfallen lässt. Da gibt es dann auch schonmal das Reiten mit Schwamm und Schwimmnudel um nur ein Beispiel zu nennen.

    Die alten Meister machten es vor, wie die Reiterei funktioniert. Niemand hat das Rad neu erfunden.

    Ein mehr als empfehlenswertes Buch aus dem Jahr, 1834, „Grundsätze der Dressur und Reitkunst – James Fillis“.

    https://archive.org/details/grundstzederdr00fill

    Ein Buch, dass jeder Reiter gelesen haben sollte!

    • Anne Schmatelka Antworten

      ich würde ja jetzt nicht unbedingt Fillis nennen…. Da ich den Baucherismus und die Légèreté persönlich ablehne, aber man kann auch Steinbrecht, Seeger, Waldhausen, Knopfhardt, Wätjen, Paul Stecken und viele andere nehmen, die ich – und weitere 300 Jahre Reitliteratur mehr – alle gelesen habe.

      • Lucie Peschken Antworten

        Was hast du denn gegen Legerte?

        • Anne Schmatelka Antworten

          Hallo, leider ist es so, dass kein Pferd – was nach der Légerèté geritten wird – gesund bleibt. Diese Auffassung führt im ersten Schritt immer zu Verspannungen und in der Folge zu gesundheitlichen Problemen. Aus diesem Grund lehnen wir diese Auffassung ab. Viele Grüße

  • Leonie Antworten

    Liebe Anne, ich bin auch enttäuscht von diversen ‚Richtungen‘. Mit zunehmendem Wissen über die Biomechanik werde ich immer nachdenklicher darüber, was sie mit dem Pferd machen.
    Oft soll ein Allheilmittel für Pferd und Reiter geboten werden und dabei die Gesundheit, die nur durch richtiges Reiten erreicht werden kann, vernachlässigt.
    Vielleicht, weil gutes Reiten schwer ist, weil es zu wenig Lehrmeister dafür gibt, vielleicht weil Menschen sich die Beziehung mit dem Pferd anders vorstellen… Aber wie dem auch sei.
    Ich hoffe, das trifft etwa das, was du mit dem Blogbeitrag sagen möchtest. 😉

    • Anne Schmatelka Antworten

      Ja. das ist genau das Thema. Was mich nicht nur traurig, sondern auch wütend macht ist, dass diese Methoden dann auch noch als sooooo pferdegerecht verkauft werden…. Wenn Reiter dann realisieren, dass es nicht funktioniert, ist es nicht selten zu spät….. 🙁

  • Lea Antworten

    Ich denke egal wo man hinschaut es gibt überall solche und solche. Man sollte immer in jeder Situation individuell entscheiden und nicht vorschnell Vorurteile zu schließen.

    • Anne Schmatelka Antworten

      Darum ging es in diesem Artikel nicht. Es ging um die Gesunderhaltung bei der Anwendung der verschiedenen Methoden. Es ist einfach so, dass man sich noch so viel Mühe geben kann, es gibt Methoden, bei denen bleibt das Pferd nicht gesund.
      Das Aussage von Charles de Kunffy passt dazu gut: „Die Reiterei kennt keine Kompromisse. Entweder man arbeitet aktiv daran, sein Pferd zu fördern oder man arbeitet aktiv daran, es zu ruinieren.“

  • JJ Antworten

    Ich finde diesen Artikel sehr richtig und auch wichtig, denn endlich wird ohne Umschweife ein, in meinen Augen, immer größer werdendes Problem, erläutert. Natürlich gibt es zahlreiche Missstände in der FN Reiterei, ABER es muss auch darauf aufmerksam gemacht werden, wie pferdeUnfreundlich diese Alternativ Reitweisen sein KÖNNEN. Unter dem Deckmantel der vermeintlichen „Leichtigkeit“ oder gar „akademischen R-Kunst“ werden Pferde kaputt geritten und niemand schreit Tierquäler, nur weil die Misstände nicht so offensichtlich sind, wie das Gequäle mit Schlaufzügeln etc..
    Ich würde behaupten, diese Pferde werden im Stillen in Grund und Boden geritten.
    Es ist ein richtiger Hype ausgebrochen, jeder möchte plötzlich Piaffieren; die akademische Kandare wird eingeschnallt und man tront mit nach oben gerichteter Gerte auf dem Ross. Fehlt nur noch das jemand davon ein Gemälde malt a la Sonnenkönig.

    Keiner merkt, dass viele dieser Pferde ihre Vorhand überlasten, keiner merkt, dass der Rücken durchhängt, keiner merkt, dass diese Pferde in einem zokkelgelatsche dahin trampeln, dass die Essenz dieser Ausbildungsmethoden oft mehr aus Schein als Sein besteht – und dann immer fassungsloses Erstaunen wenn der TA gelenkschäden etc. diagnostiziert.

    • Anne Schmatelka Antworten

      hallo Julia,
      vielen Dank für diese Worte. Ich habe seit der Veröffentlichung dieses kritischen Beitrages manchmal gedacht, wir sind alle nur noch von Irren umgeben. Die Angriffe der Sonnenkönige waren teils mehr als massiv. Ich wurde sogar als Nazi beschimpft. Offensichtlich verstehen viele nicht, dass es nicht darum geht, dass die Pferde das nicht mitmachen, sondern dass sie davon krank werden…. Wie Sie sagen: Still und leise und ohne öffentliches Aufsehen! Ich bin sicher, dass in diesem Bereich weitaus mehr Pferde kaputt geritten werden, als im Sport. Nur kriegt das keiner mit….. und wenn diese Reiter es dann merken, dann liegt es sicher am Vorbesitzer, am Sattel oder auch am Wetter….
      Wie sagte Herr Stecken immer so schön: Es ist so schwierig höflich zu bleiben, wenn man mit Menschen konfrontiert wird, die dumme Fragen stellen und dämliche Kommentare von sich geben, anhand derer man merkt, dass sie nie begreifen werden, worum es geht..:!“

  • Melanie Antworten

    Vorweg: habe kein Pferd und habe als teenager letzet mal geritten, das war 20 Jahre her, also kann ich nich aus Erfahrung reden. Was mir aber interessieren würde: wird das heutzutage bei der Reitstunde überhaupt gelernt? Muskulatur, Rückenmusklen enspannen, richtig aufsitzen, massieren vor den Satteln. Wie soll der normal sterblicher die sich endlich einen Pferd leisten kann, es nun wissen? Den Artikel polariesiert, ich finde es gut das darüber geredet und diskutiert wird, nun wenn sich etwas ändern müss, dann schon in der Kinderstube, also schon bei der Reitstunde, finden Sie nicht?

  • Barbara Antworten

    Vielen Dank für die eindeutige Position zu den immer vielfältiger werdenden Möglichkeiten, sein Pferd kaputt zu reiten. Das wirklich Traurige daran ist, dass viele Reiter einfach orientierungslos sind und nicht über das Wissen verfügen, die Fülle an Reitweisen und Richtungen einordnen zu können. Häufig fehlen leider auch die lokalen Vorbilder, bei denen tatsächlich korrektes Reiten nach den Richtlinien gelehrt wird.
    Die alternativen Reitweisen vermitteln diesen Leuten geschäftstüchtig, dass auch ein weniger begabter Reiter mit verhältnismäßig wenig Aufwand Piaffe und Passage reiten kann – Schulterherein und Traversalen sowieso …. Das Erlenen eines effektiven Sitzes und einer eindeutigen Einwirkung überspringen wir mal, denn sonst würden ja nicht viele Kunden übrig bleiben, die viel Geld dafür zahlen, „Reitkunst“ zu betreiben.
    Ein Lichtblick sind gut geführte Reitschulen innerhalb und außerhalb von Reitvereinen, von denen ich in den letzten Jahren ein paar kennenlernen konnte und die wirklich vorbildliche Arbeit vor allem im Bereich der Kinder und Jugendlichen leisten.

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