Pferde korrekt beschlagen und richtig stellen

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Ein korrekt beschlagenes und richtig gestelltes Pferd ist ein Meilenstein zur Gesunderhaltung!

„Der Huf ist das Fundament auf dem das Pferd steht. Die Basis für alles. Ohne korrekt gestellte Hufe hat ein Pferd wenig Chancen, langfristig gesund zu bleiben.“ (Frank Diekmann, Orthopädischer Hufbeschlagschmied)

 

Damit ein Pferd langfristig gesund bleiben kann, müssen Zehenrichtung und Zehenstellung des Hufes möglichst korrekt sein. Eine fehlerhafte Huf-Stellung führt mit der Zeit zu einer Veränderung des Gangmusters und ein verändertes Gangmuster wird in vielen Fällen zu körperlichen Problemen führen, in Fehlbelastungen und gesundheitlichen Schäden enden. Hufe und Gelenke müssen eine bestimmte Stellung haben, damit es nicht zu frühzeitigem Verschleiß kommt. In Fohlen-, Jährlings- und zweijährigen Alter kann der Hufschmied Stellungsfehler je nach Ausmaß noch relativ problemlos über einen absehbaren Zeitraum korrigieren.

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Huf und Fesselgelenk in fast perfekter Stellung

 

Stellungsfehler müssen keine Folgen haben!

 

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Huf mit Fehlstellung in Seitenansicht. Das Pferd steht recht flach.

 

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Das Pferd steht zu steil – die Platte, die sich zwischen Huf und Eisen befindet, machen es dem Pferd zusätzlich schwer

 

 

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Fast eine Idealstellung zeigt dieser Huf von vorne. Man kann eine absolut gerade Linie vom Fesselgelenk zur Hufmitte ziehen. Das ist die Arbeit eines guten Hufschmiedes von Fohlenalter an.

 

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Im Vergleich ein Pferd, das mit einem stark verstellten rechten Vorderbein und leicht verstelltem linken Vorderbein geboren wurde. Durch die Jahrelange Arbeit des Hufschmiedes und die damit verbundene Millimeterweise Korrektur fußt das Pferd heute plan auf. Hätte man nicht schon im Fohlenalter versucht, die Fehlstellung in kleinen Schritten zu korrigieren, wäre das Pferd (aus gesundheitlichen Gründen) heute nicht mehr reitbar. So bewegt es sich absolut schmerzfrei und taktrein.

 

Planmäßiges Auffußen, das heißt, eine gleichmäßige Belastung des gesamten Hufes beim Auftreten ist wichtig, damit es zu keiner ungleichen Belastung für den Huf, Sehnen, Knochen und Gelenke kommt. Fehlbelastungen bedeuten mit der Zeit nicht nur Probleme mit dem Huf selbst, sondern erstrecken sich dann über den ganzen Körper. Die Pferden neigen zu Verspannungen und zu frühzeitigem Verschleiß, so dass sich Stellungsfehler je nach Ausmaß auch auf die Rittigkeit / auf die Ausbildung auswirken können. In den ersten 2 ½ bis drei Jahren schafft man die Basis für eine sich korrekt entwickelnden Hufstellung beim Pferd. Danach wird eine Korrektur von Fehlstellungen immer schwerer und bei einem älteren Pferd ist sie kaum mehr möglich. Dann kann man meist nur noch Schadensbegrenzung betreiben, da eine Korrektur nur in ganz kleinen Schritten machbar ist und meist Jahre dauert, denn ein Huf braucht allein schon ein Jahr, um einmal durchzuwachsen. Um eine gute Hufentwicklung zu ermöglichen, ist eine korrekte und ausgewogene Fütterung des Pferdes Grundvoraussetzung. Gerade in den ersten Jahren (vom Fohlen bis zur Remonte) sind ausreichend Calcium und Vitamine unverzichtbar. Was in der Jungend versäumt wird, kann man später nicht mehr aufholen. Dieser Satz gilt auch für das Pferd.

Auch die Pflege der Hufe ist wichtig. Gepflegt werden muss auch der Strahl, denn ist er faul, kommt es zur sogenannten Strahlfäule, hat auch das Auswirkungen auf die Gesundheit des Pferdes. Der Strahl ist ein Platzhalter, damit es nicht zu Verengungen im Huf kommt. Wenn der Strahl also fault, wird er schmaler. Eckstreben und Trachten ziehen sich nach Innen. Es entsteht mit der Zeit ein Zwanghuf. Eine saubere und trockene Box und gute Haltungsbedingungen tun ihren Teil, um die Basis für einen gesunden Huf und damit ein gesundes Pferd zu schaffen. Fühlt sich das Pferd auf seinen Hufen sicher und wohl, erleichtert das die Ausbildung.“

Der regelmäßige Beschlag oder das Abraspeln und Korrigieren von ungleicher Abnutzung durch den bodenbedingten Abrieb des Hufes ist wichtig. Ein Huf wächst immer weniger nach, als er sich abnutzt. Er nutzt sich durch das Laufen auf dem Sand von Reitplatz und Halle, durch Beton-, Stein- oder Mattenböden ab. Deshalb ist in vielen Fällen ein Beschlag unverzichtbar, wenn der Huf nicht immer kleiner werden oder unkontrolliert ausbrechen soll. Je nach Nutzung kann es sinnvoll sein, dass Pferd vorne und hinten zu beschlagen. Denn ein Beschlag kann zum Beispiel bei der Dressur die Lastaufnahme der Hinterhand unterstützen und zwar dann, wenn die Eisen eine entsprechende Form und je nach Bedarf auch längere Schenkel haben. In manchen Fällen werden Eisen aus medizinischen Gründen mit Polstern, mit Querstreben, als Eisen ohne seitliche Aufzüge, die dann das Abrollen unterstützen, mit Platten oder ähnlichem eingesetzt, um beispielsweise dem Pferd Entlastung oder Unterstützung zu bieten.

Die Qualität eines Schmiedes und damit eines Hufbeschlages hat weitreichende Folgen oder Auswirkungen. Aus diesem Grund sollte man bestimmte Perioden beim Beschlagen einhalten. Selbst, wenn die Eisen noch fest sitzen, sich  nicht gelöst haben. Ein guter Hufschmied zeichnet sich nicht dadurch aus, dass die Eisen möglichst lange in einer Periode nicht abfallen. Die Dauer, in der Eisen in einer Beschlagperiode drauf bleiben sollten, richtet sich nach Beschaffenheit und Qualität des Hufes. Man muss allerdings bedenken, je länger die Eisen in einer Periode drauf bleiben, umso größer ist die Umstellung nach dem Umbeschlagen. Aus diesem Grund sollte die durchschnittliche Beschlagperiode 6-8 Wochen nicht überschreiten. Je länger der Huf (die Stellung) nicht korrigiert oder nicht umbeschlagen wird, umso mehr muss sich das Pferd an naturbedingten ungleichen Hufwachstum oder ungleichen Abrieb gewöhnen. Das kann schnell zu gesundheitlichen Problemen führen.

 

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