Unterstützung beim Fellwechsel

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Massage und Wellness während des Fellwechsels für Zuhause

Wer kennt es nicht? Zweimal im Jahr haben unsere lieben Vierbeiner mit dem Fellwechsel zu kämpfen. Hierbei ist egal, wie die Pferde gehalten werden, ob sie eingedeckt und/oder geschoren sind. Das Immunsystem der Pferde läuft in dieser Zeit auf Hochtouren.

Symptome und Zeichen für Anfälligkeiten in dieser Zeit der Umstellung sind oft angelaufene Beine, Husten, Ausfluss aus der Nase, Hautpilz, Milben, Strahlfäule, Mauke, Kotwasser und vieles mehr. Natürlich sollten die Pferde bei diesen Erkrankungen durch Tierarzt oder den Therapeuten behandelt werden. Man kann aber etwas tun,  um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Meinen Kunden empfehle ich dort schon zuvor eine auf das Pferd abgestimmte Kur für Immunsystem und Stoffwechsel zu machen.
Es gibt nicht nur Hausmittel, die man gekonnt einsetzen kann, sondern auch einfache Handgriffe, mit denen man dem Pferd ganz einfach Wohlbefinden und Vitalität bringen kann.

Mit den folgenden Griffen und Techniken arbeiten wir nicht nur oberflächlich am Pferd und helfen somit aktiv im Fellwechsel, sondern aktivieren auch im Inneren eine Menge.

 

Einfache Techniken – viel Wirkung

Das Lymphsystem liegt im Inneren des Pferdekörpers und ist unter anderem für den Abtransport von Bakterien und anderen Schadstoffen mitverantwortlich, wodurch es dem Immun- und Abwehrsystem angehört und auch eine enge Verbindung mit dem Blutkreislauf einnimmt. Im Humanbereich wird Lymphdrainage oftmals nach Verletzungen vom Orthopäden verschrieben und vom Physiotherapeuten mit Zusatzqualifikation ausgeführt.  Eine komplette manuelle Lymphdrainage kann und sollte nur von Therapeuten mit spezieller Ausbildung ausgeführt werden, da diese auch die Kontraindikationen kennen und einschätzen können.

Man kann dem Pferd aber auch selbst mit einer gekonnten Wellness-Einlage Entspannung und Wohlbefinden schaffen und das Lymphsystem stimulieren!

Das Pferd sollte vor der Ausführung des Wellness-Massage-Putzens schon sauber sein.

 

Übung Ausstreichungen

Wir beginnen mit Ausstreichungen an der linken Seite des Pferdes, vorne am Hals. Hinter dem Genick, immer in Fellrichtung, bis zur Hinterhand. Hierbei sollten beide Hände immer wieder vor und während der kompletten Durchführung das Pferd komplett auf beiden Seiten nach und nach mit der flachen Handfläche ausstreichen. Alternativ kann man die Ausstreichungen auch mit einer Kardätsche ausführen, was nochmal altes Fell entfernt und Glanz verleiht.

Ausstreichungen gehen auf beiden Seiten über den ganzen Körper. Beginnen sollte man an der linken Halsseite und sich dann von links nach rechts über den Körper „vorarbeiten“.

 

Für den nächsten Schritt eignet sich ein weicher Gummistriegel sehr gut. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Noppen des Striegels wirklich weich sind und bei Berührung nachgeben, da es sonst an Stellen, an denen die Muskeln über Knochen führen, für das Pferd unangenehm sein kann und schlimmstenfalls auch zu Schädigungen kommen kann. Bei diesem Schritt gehen wir mit leichtem Druck auch gegen die Fellrichtung.
Wir beginnen wieder an der linken Seite am Hals, hier haben wir vor dem Schulterblatt den Venenwinkel. Ebenfalls in der Beckenhöhle an der Hinterhand. Den Halsbereich arbeiten wir spiral- und kreisförmig in Richtung Schulter, genauso die Vorderbeine von unten nach oben in die Schulterpartie.


Ausstreichungen kann man mit beiden Händen oder der Kardätsche ausführen

 

An der Hinterhand von hinten nach vorne und unten nach oben in die Beckenhöhle. Von diesen beiden Punkten beginnen wir das Pferd ebenfalls mit kreis- und spiralförmigen Bewegungen in Richtung Herz zu massieren.


Es gibt Pferde – hier nicht selten Stuten – die reagieren im Bereich Becken und hinterem Bauchbereich etwas sensibel auf Kardätsche und oder Bürste. Hier sollte man sehr vorsichtig vorgehen. Das ein oder andere Hinterbein ist auch schon mal „sehr schnell“ …

 

Nun wird das gleiche auf der rechten Seite durchgeführt, nur dass man auf dieser Seite zum Schluss wieder Richtung Herz auf der linken Seite „putzt“

 

Die Beine

Ausstreichungen gehen hinunter bis in die Beine des Pferdes. Dabei kann man am Vorderbein den Oberarm leicht mit massieren und am Hinterbein geht man die gesamte Sitzbeinmuskulatur nach unten. Auch hier sollte man vorsichtig sein. Pferde, die in diesem Bereich verspannt sind, könnten eventuell treten.

Zum Abschluss das Pferd nochmal mit einer weichen Kardätsche komplett abbürsten, um das Fell wieder in die richtige Richtung zu bringen und restliche lose Haare zu entfernen. Es ist empfehlenswert, das Pferd vor und nach dem Massageputzen 20 min zu bewegen. Hierbei wird schon einmal der Lymphfluss und die Durchblutung angeregt und der Abtransport unterstützt. Sie werden sehen, wie ihr Pferd diese „Putzaktion“ genießen wird und an manchen Stellen sogar gähnen oder abkauen wird. Dies sind Zeichen von Entspannung und sie werden nicht nur eine Menge Fell los, sondern auch ein sauberes und entspanntes Pferd vor sich haben.

 

Wichtiger Hinweis

Bitte sind sie vorsichtig bei allen Massage- und Lymphgriffen, wenn ihr Pferd an infektiösen Krankheiten oder akuten Entzündungen leidet. Abwehrverhalten des Pferdes sollten berücksichtigt werden und die Durchführung sofort abgebrochen werden. Bitte setzen sie sich mit einem Fachmann in Verbindung, wenn sie Fragen haben oder Probleme auftreten. Während der Durchführung sollten immer beide Hände am Pferd sein, um Reaktionen besser und schneller wahrnehmen zu können. Ein Rutschfester Untergrund und Sicherheitsschuhe sollten gegeben sein.

1 Kommentar

  • Rico Antworten

    Hallo Anne,

    danke für deinen tollen Beitrag. Wichtig ist auch ein stabiles Immunsystem, welche sich selbstständig gegen die kleinen Parasiten zur Wehr setzen kann. Kann dazu einen weiterführenden Link zu Hagebutte und Schwefelblüte empfehlen:

    Viele Grüße
    Rico

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